11.01.2020 15:57 Uhr
Verfolger peilen sechs Punkte an

Wien will mit einem Doppelschlag davonziehen

von Niklas Aßfalg

Alemannia Aachen Berliner AK 07 FC Galaxy Steinfurt FC Rot-Weiß Erfurt FC St. Pauli FC Wacker Innsbruck FK Austria Wien FSV Union Fürstenwalde Grazer SC Straßenbahn Habenhauser FV KSV Hessen Kassel Rot-Weiss Essen SC Edermünde SV Babelsberg 03 SV Meppen SV Stuttgarter Kickers Spieltagsvorschau 17. Spieltag 18. Spieltag FIFA 20
Foto: NGL
Die Rückrunde der NGL Premiership nimmt am kommenden Sonntag und Montag mit dem Doppelspieltag 17 und 18 Fahrt auf.
  • Der FK Austria Wien könnte eine Vorentscheidung im Meisterkampf heraufbeschwören.
  • Das Verfolger-Trio muss fehlerfrei durch beide Partien gehen, um die Chance zu erhalten.
  • Aachen, Fürstenwalde und Innsbruck benötigen dringend Punkte gegen den Abstieg. 

5:0-Kantersieg gegen Aachen, sieben Punkte Vorsprung an der Tabellenspitze – der FK Austria Wien machte zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte unmissverständlich klar, dass der Meistertitel nur über die "Veilchen" vergeben wird. Mit dem FC St. Pauli wartet am Sonntagabend allerdings der erste echte Prüfstein des neuen Jahres, die Hamburger verpassten beim furiosen 3:3 gegen Babelsberg spät noch den Erfolg nach Comeback. Drei Punkte beträgt der Rückstand auf das Verfolger-Trio, der Tabellenfünfte bräuchte eine Überraschung gegen den Titelverteidiger, um den Anschluss zu wahren. Tags darauf gastieren die Kiezkicker bei Alemannia Aachen, Wien bekommt es mit Steinfurt zu tun – beide Teams haben den Dreier am 18. Spieltag fest eingeplant.

Der Grazer SC Straßenbahn profitierte vom Remis zwischen St. Pauli und Babelsberg, die Steirer grüßen derzeit vom zweiten Rang. Während der GSC die drei Punkte gegen Aussteiger Habenhausen aber am Grünen Tisch errang, präsentierte sich der kommende Gegner formstark: Rot-Weiss Essen besiegte Innsbruck in überzeugender Manier mit 4:1 und sandte eine Ansage gen Graz. Obgleich eine Aufholjagd in Richtung des oberen Tabellendrittels angesichts von neun Zählern Rückstand unwahrscheinlich anmutet, wirkt die Mannschaft aus dem Ruhrgebiet auf mehr Konstanz in der Rückrunde erpicht. Die Essener empfangen am Montag den KSV Hessen Kassel zum Mittelfeldduell, Straßenbahn fordert die enttäuschend gestarteten Stuttgarter heraus.

Fürstenwalde und Steinfurt mit hartem Programm

Der große Titeltraum des SC Edermünde wurde in seiner Intensität mittlerweile relativiert, zu stark erscheinen aktuell die führenden Wiener. Nach dem geglückten Rückrundenstart gegen Steinfurt (3:1) ist aber zumindest der zweite Platz weiterhin realistisch. Die Nordhessen treffen am 17. Spieltag auf den Tabellen-14. FSV Union Fürstenwalde, 24 Stunden später lautet das Ergebnis von vorneherein 1:0 – der Spielplan sieht die Partie gegen Habenhausen vor. Sechs Punkte aus zwei Spielen müssen das Ziel sein, der SCE könnte gegenüber der Konkurrenz vorlegen. Für Fürstenwalde kommt es dagegen knüppeldick, die abstiegsgefährdeten Brandenburger müssen nach der Begegnung mit Edermünde auch noch dem SV Babelsberg 03 entgegentreten.

Die Potsdamer wiederum waren der große Verlierer des vergangenen Spieltags – obwohl sie noch in der Nachspielzeit einen Punkt gegen St. Pauli retteten. Die Nulldreier rutschten vom zweiten auf den vierten Rang, die Meisterambitionen erlebten eine Ernüchterung. Im weiteren Saisonverlauf gilt es, sich der Konkurrenz aus Graz, Edermünde und St. Pauli zu entledigen; der erste Schritt muss gegen den FC Galaxy Steinfurt erfolgen. Die Westfalen weisen ein beruhigendes Polster auf die Gefahrenzone auf, sind aber auch weit von den Spitzenplätzen entfernt. Selbst das obere Mittelfeld ist mit sieben Punkten Vorsprung schon erheblich entflohen, Galaxy grüßt aus dem Niemandsland. In Steinfurt ist Zählbares nicht unbedingt einkalkuliert, am Montag wartet der FK Austria.

Dreikampf im oberen Mittelfeld

Der SV Meppen durfte sich am Donnerstagabend entspannt zurücklehnen und das restliche Geschehen beobachten, die Emsländer siegten automatisch mit 1:0 gegen Aussteiger Berliner AK 07. Mit dem nächsten Punktgewinn überholt der SVM auch den zweiten Aussteiger Habenhausen und wird einen Platz gutmachen. Als Tabellenachter sind die Meppener zwar solide unterwegs, die Überraschung der Spielzeit – wie vor Saisonbeginn angekündigt – stellen sie allerdings nicht dar. Gegner FC Rot-Weiß Erfurt konnte die Tabellensituation zuletzt mit einem 3:1-Erfolg gegen Stuttgart entspannen, die Thüringer wissen nun fünf Punkte zwischen sich und den Abstiegsrängen. Erfurt fährt den Sieg am Montag gegen den BAK kampflos ein, Meppen trifft dann auf Innsbruck.

Durchaus ambitioniert gestartet, ließ der KSV Hessen Kassel gegen Ende der Hinrunde immer mehr Federn. Zwischenzeitlich kassierte der KSV drei Pleiten in Folge, der neunte Tabellenplatz entspricht nicht den eigenen Ansprüchen. Mit einem 2:1 gegen Fürstenwalde gelang der Auftakt in die Rückserie aber, gegen den Habenhauser FV wird der zweite Sieg am Grünen Tisch eingeholt. Dabei werden die Nordhessen den bisherigen Tabellensechsten hinter sich lassen und um mindestens einen Rang klettern. Einen Tag später duellieren sich die Kasseler mit Essen um die Vorherrschaft über das vordere Mittelfeld, das Freilos Habenhausen wandert weiter an Edermünde.

Verliererduell zwischen Wacker und Kickers

Mit dem FC Wacker Innsbruck und dem SV Stuttgarter Kickers treffen zwei Verlierer des 16. Spieltags direkt aufeinander. Die Tiroler unterlagen Essen deutlich mit 1:4, die Schwaben mussten sich Erfurt etwas überraschend mit 1:3 geschlagen geben. Dabei hatten beide Mannschaften das Jahr 2019 mit Erfolgserlebnissen beendet: Wacker hatte zwei Siege in Serie eingefahren, die Kickers holten zehn Zähler aus den letzten vier Partien. In der Tabelle stehen die Österreicher lediglich einen Punkt über dem drohenden Strich, die Süddeutschen wiederum leisten Steinfurt drei Plätze weiter vorne im Niemandsland Gesellschaft. Während die Innsbrucker kurz darauf beim SV Meppen antreten, stehen die Stuttgarter vor der großen Herausforderung Grazer SC Straßenbahn.

Alemannia Aachen schlich in den letzten zehn Begegnungen stets als Verlierer vom virtuellen Rasen, die Schwarz-Gelben stellen das sportliche Schlusslicht der Premiership dar. Dieses Dasein könnte am Sonntagabend allerdings ein Ende nehmen, die Domstädter schlagen den Berliner AK 07 nämlich vom Sofa aus mit 1:0. Unterliegt Fürstenwalde zeitgleich dem SC Edermünde, sind die Aachener den 15. Rang wieder los. Tags darauf müssen die Alemannen jedoch wieder selbst um die Punkte kämpfen, mit dem FC St. Pauli türmt sich eine hohe Hürde vor ihnen auf. Über einen Sieg am Grünen Tisch gegen den BAK darf sich am 18. Spieltag der FC Rot-Weiß Erfurt freuen.