12.10.2019 16:27 Uhr
Nach oben fehlt die Konsequenz

Geduldige Steinfurter laufen einstellig ein

von Niklas Aßfalg

Pro Club Premiership FIFA 19
Der FC Galaxy Steinfurt konnte dem Tabellenkeller in der vergangenen Saison der NGL Pro Club Premiership spät noch entfliehen.

Geduld ist bekanntlich eine Tugend – eine Tugend, in der sich der FC Galaxy Steinfurt in der vergangenen Spielzeit besonders oft üben musste. In der Hinrunde warteten die Westfalen lange auf ihren zweiten Saisonsieg, in der Rückrunde auf den ersehnten Durchbruch ins Mittelfeld der Tabelle. Belohnt wurde Galaxy jeweils mit dem Erreichen der kurzfristigen Ziele, den übergeordneten Ansprüchen des Vereins kann der neunte Platz jedoch nicht genügen. Vereinsmanager Ali 'FCG_Ali' Pish Been hat in Steinfurt Größeres im Sinn, die Debütsaison in der NGL Pro Club Premiership hat eher der Findung gegolten. Die Erkenntnis ist jedoch eindeutig: Um weiter oben mitmischen zu können, fehlte vor allem die nötige Konsequenz. 

Die Steinfurter erwischten einen Auftakt nach Maß, dem 1:1 gegen den FSV Union Fürstenwalde ließen sie einen 4:2-Sieg über den Habenhauser FV folgen. Das große Problem der Münsterländer wurde am dritten Spieltag und in den Partien darauf offenkundig: Beim 1:2 gegen Rot-Weiss Essen sowie den Unentschieden gegen den SV Stuttgarter Kickers (1:1) und den Berliner AK 07 (3:3) ließ Galaxy Punkte liegen. Gegen den BAK mussten die Westfalen den Ausgleich in der Nachspielzeit hinnehmen, gegen RWE fiel der Siegtreffer zugunsten des Gegners erst in der 84. Minute. Die Negativerfahrungen setzten sich im weiteren Verlauf der Hinrunde fort, den Tiefpunkt stellte das desolate 0:11 gegen den FK Austria Wien dar. 

Anschluss verpasst: Galaxy bleibt acht Spiele sieglos

Aus dem Formtief erwuchs eine veritable Durststrecke, auch beim Grazer SC Straßenbahn (1:2) und gegen den KSV Baunatal (1:2) gab es nichts zu holen. In letztgenannter Partie fiel das entscheidende 1:2 erst in der 87. Minute, gegen die Österreicher hatte Galaxy sogar in Führung gelegen. An mangelnder Qualität waren die Resultate nicht festzumachen, die Ausbeute wurde den teils ansprechenden Leistungen nicht gerecht. Vielmehr fehlte es an der Abgeklärtheit, Ergebnisse zu halten oder aus einer stabilen Formation gar noch nachzulegen. Weil auch die Spiele gegen den SC Edermünde (0:0) und den SV Babelsberg 03 (2:6) keinen Sieg brachten, war Steinfurt nach dem zehnten Spieltag tief in den Tabellenkeller gerutscht.

Erst im Finale der Hinserie erlösten sich die Westfalen und feierten nach acht sieglosen Spielen in Folge den ersehnten zweiten Saisonerfolg. Das 4:2 gegen den SV Meppen sollte die Marschroute für die Rückrunde setzen. Das Vorhaben Aufholjagd ging gut an für die Steinfurter: Am zwölften Spieltag bezwangen sie Fürstenwalde mit 2:1, der Abstand zum Mittelfeld der Tabelle wurde allmählich überschaubar. Eine grundlegende Trendwende hatten die Münsterländer allerdings nicht herbeiführen können, das 0:2 gegen Schlusslicht Habenhausen nahm ihnen den Wind aus den Segeln. Auch in den darauffolgenden beiden Begegnungen (1:1 gegen Essen und 1:2 gegen Stuttgart) zog Galaxy den Kürzeren, der Aufschwung war vorerst gestoppt. 

Zwei Dreierpacks sorgen für die Hochform

Dass die Steinfurter die Spielzeit trotzdem auf einem einstelligen Tabellenplatz abschlossen, war zum einen der Schwäche der Konkurrenz (vor allem des BAK) und zum anderen der besten Saisonphase zu verdanken. Nach der Pleite gegen die Kickers holten die Westfalen neun Punkte aus vier Partien und setzten sich sogar ein wenig ab. Von diesem Vorsprung war schlussendlich nichts mehr übrig, die letzten beiden Partien gingen gegen Edermünde und Babelsberg jeweils mit 0:2 verloren. Dennoch muss unterm Strich in der zweiten Saisonhälfte eine Verbesserung konstatiert werden. Bemerkenswert ist diese Entwicklung, da Top-Torjäger Timo 'TheWantedBird' Vogel den Verein nach der Hinrunde verlassen hatte.  

Möglicherweise waren dadurch aber auch andere Akteure schlichtweg gezwungen, zu Leistungsträgern aufzusteigen. Marinus 'FCG_Kitt' Kittinger schnürte am 18. und 19. Spieltag zwei Dreierpacks in Folge, bescherte Steinfurt somit sechs Zähler und avancierte zum Gesicht des versöhnlichen Abschlusses. Auch Mustafa 'musti027' Sagirogullari (vier Treffer) und Leonid 'Leokkatil' Nikaj (sechs Vorlagen) konnten offensiv von sich reden machen. Der Angriff war ohnehin nicht das Manko der Westfalen, mit 51 Gegentoren stellten sie aber die zweitschwächste Abwehr. Auch Pish Been bekam seine Qualität mit neun Scorerpunkten nicht vollends auf den Platz, der Vereinsmanager wird aber bereits einen Plan haben – für sich und das Team.

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