15.10.2019 11:57 Uhr
Im Schlussspurt auf Rang zehn

Edermünde legt die Kanonenfutter-Rolle ab

von Niklas Aßfalg

Pro Club Premiership FIFA 19
Dem SC Edermünde fehlte in der Premiership lange Zeit die Durchschlagskraft, im Finale konnten die Nordhessen überraschen.

Auch im Pro Club wird die Qualität in der Spitze immer dichter, Nuancen können den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Trotzdem ist der Abstand zwischen Tabellenführer und Kellerkindern oftmals noch signifikanter als im traditionellen Sport auf dem realen Grün. In den meisten Ligen bleiben einige schwächere Teams auf der Strecke, der Begriff des Kanonenfutters findet tatsächlich noch Anwendung. Der SC Edermünde musste die Zuordnung in ebenjene Rolle über weite Strecken der abgelaufenen Saison in der NGL Pro Club Premiership erdulden, konnte sich aber sukzessive daraus befreien. Die Nordhessen durchlebten einen Prozess, der ihnen noch den einen oder anderen Achtungserfolg verschaffte. 

Der Start in die Spielzeit hätte den Edermündern nicht besser glücken können, der SC besiegte Rot-Weiss Essen am ersten Spieltag mit 3:0. Das Team von der Eder nutzte die Außenseiterrolle für eine frühe Überraschung, die allerdings keinen nachhaltigen Schwung erzeugte. In der Folge sah Edermünde kein Land mehr, die nächsten fünf Partien gingen allesamt verloren. Gegen Schwergewichte wie den FK Austria Wien (0:4) oder den KSV Baunatal (0:7) wurden auch die defensiven Schwachstellen offenkundig. In erster Linie entwickelten die Nordhessen aber zu wenig Durchschlagskraft im letzten Drittel, von Spieltag drei bis Spieltag sechs erzielte der Sportclub lediglich einen einzigen Treffer in vier Begegnungen.

Negativserie zu Beginn der Rückrunde

Erst am siebten Spieltag stimmte die Balance zwischen Abwehrarbeit und Aufbauspiel wieder besser, Edermünde schlug den SV Meppen mit 1:0 und feierte den zweiten Saisonsieg. Profit wurde aus dem vermeintlichen Rückenwind nicht geschlagen, gegen den SV Babelsberg 03 (1:5) setzte es die nächste herbe Pleite. Zum Ende der Hinrunde wechselten sich Licht und Schatten ab: Das Kellerduell gegen den FC Galaxy Steinfurt endete in einem torlosen Remis, dem FSV Union Fürstenwalde mussten sich die Nordhessen mit 0:1 geschlagen geben, zum Abschluss besiegten sie aber noch den Habenhauser FV mit 2:0. Auf dem Transfermarkt gab sich der SC bedeckt, alles schien auf den vorletzten Tabellenplatz hinauszulaufen. 

Ohne personelle Auffrischung rutschte Edermünde zu Beginn der Rückserie sofort ins nächste Formtief: Essen (1:2) mussten sich die Mannen von der Eder im zweiten Duell geschlagen geben; auch beim SV Stuttgarter Kickers (0:3), gegen den Berliner AK 07 (2:5) sowie Austria Wien (0:5) gab es rein gar nichts zu holen. Der Punktgewinn gegen den Grazer SC Straßenbahn (1:1) stellte nur ein bescheidenes Zwischenhoch dar, gegen Baunatal (0:4) gingen die Edermünder zum zweiten Mal in der Saison als klarer Verlierer vom virtuellen Platz. In einer Phase, in der Galaxy Steinfurt – lange tabellarischer Sparringspartner des SC – sich anschickte, ins Mittelfeld der Liga vorzupreschen, blieb der Aufwärtstrend für die Nordhessen weiterhin aus.

Starkes Finish lässt den SC klettern

Der späte Befreiungsschlag gelang dem Sportclub erst am 18. Spieltag, wieder diente der SV Meppen als Aufbaugegner, wieder feierte Edermünde einen 1:0-Erfolg. Im Anschluss schöpfte das Team aus dem Schwalm-Eder-Kreis erstmals in der Spielzeit sein Potenzial konstant aus, bis zum Saisonfinale sollten sie keine Niederlage mehr kassieren. Stattdessen feierte der SC ein 2:0 gegen Steinfurt und sammelte zwei beachtliche Punkte gegen Babelsberg (0:0) sowie gegen Fürstenwalde (1:1). Und die Nordhessen ließen auch am letzten Spieltag nicht locker, das 7:1 gegen Habenhausen geriet zum Höhepunkt – nicht nur wegen der Treffsicherheit. Dank dieses Dreiers kletterte Edermünde im letzten Moment noch auf den zehnten Rang.

Die finale Partie stand allerdings im Gegensatz zur restlichen Spielzeit, zumeist hakte es in der Offensive gewaltig. Ein Grund hierfür war die hohe Fluktuation im Angriff des Sportclubs: Keiner der sechs nominellen Stürmer absolvierte mehr als eine zweistellige Anzahl an Saisonspielen. Dabei präsentierten sich einige durchaus abschlussstark. Fabian 'Majestrixl10I' Lünser traf viermal in sieben Partien, Akin 'SCE_Akininho' Beyaz markierte drei Tore in neun Spielen. Wesentlich mehr Beständigkeit herrschte im Mittelfeld, wo Pascal 'Calinho1610' Hofmeister und Gilbert 'Berti1887' Scheel die Fäden zogen. Zwischen den Pfosten rettete ein starker Marco 'Kami_katze_tw' Seibold, was angesichts der häufigen Unterlegenheit zu retten war.

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