22.07.2021, 12:32
Sexuelle Belästigung und toxische verhältnisse?

Activision Blizzard vom Bundesstaat Kalifornien verklagt

von Alexander Maier
Foto: Activision Blizzard

Eine kalifornische Behörde wirft Teilen von Activision Blizzard systematische Diskriminierung sowie sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz vor und hat Anklage erhoben.

Das "California Department of Fair Employment and Housing" erhebt schwerwiegende Vorwürfe gegen Activision Blizzard und hat diese nun zur Anzeige gebracht: Das Arbeitsumfeld sei mit einer "Studentenverbindung" zu vergleichen, in der Frauen am Arbeitsplatz systematisch unterdrückt werden. In der Anklageschrift ist unter anderem die Rede davon, dass "männliche Angestellte reichlich Alkohol trinken, während sie durch die verschiedenen Bereiche im Büro ziehen und sich oft in unangemessenem Verhalten gegenüber weiblichen Angestellten engagieren." Die Vorwürfe ziehen sich von Sexismus bis hin zu sexuellen Belästigungen, die die Mitarbeiterinnen regelmäßig bei der Arbeit erleben würden. Im Rahmen der verschiedenen Vorwürfe wird auch ein besonders schockierender Vorfall beschrieben.

Suizid einer Mitarbeiterin wird Entwickler angelastet

Eine Mitarbeiterin soll sich im Zuge einer Geschäftsreise mit ihrem Vorgesetzten, mit dem sie angeblich ein sexuelles Verhältnis hatte, das Leben genommen haben. Der Vorgesetzte hatte für die Reise wohl Sexspielzeug bei sich, ein weiterer Mitarbeiter sagte aus, dass Kollegen zuvor Bilder von den Intimbereichen der Frau im Büro verbreitet haben sollen. Grundsätzlich sollen Frauen deutlich schlechteren Arbeitsbedingungen und niedrigeren Bezahlungen ausgesetzt sein, die Behörde beschreibt in einem weiteren Beispiel, dass den weiblichen Kollegen teils Aufgaben übertragen worden sein sollen, damit die männlichen Mitarbeiter "Call of Duty" spielen können. Die komplette Anklageschrift kann in diesem Dokument, das 29 Seiten umfasst und auf zweijährigen Ermittlungsarbeiten basiert, eingesehen werden.

Activision Blizzard weißt Vorwürfe zurück

In einem Statement weist der Entwickler die Vorwürfe vehement zurück: "Wir schätzen Vielfalt und streben danach, einen Arbeitsplatz zu fördern, der allen Menschen Inklusion bietet. In unserem Unternehmen oder in unserer Branche, in jeder Branche, ist kein Platz für sexuelles Fehlverhalten oder Belästigung jeglicher Art", heißt es in der Einleitung, im weiteren Verlauf scheint das Unternehmen gar Vorwürfe gegen die Behörde zu erheben. Die Rede ist von den "Bürokraten" des Staats Kalifornien, die sich "beschämend" und "unprofessionell" verhalten und dadurch für einen Rückzug vieler Firmen aus dem Bundesstaat sorgen würden. Der Entwickler sei zudem "angewidert", dass die Behörde den Suizid einer Mitarbeiterin in die Anklage einbeziehe, obwohl er in keinem Zusammenhang mit dem Unternehmen stehe.

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