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03.08.2021, 15:46
Activision Blizzard-Skandal

Blizzard-Präsident J. Allen Brack räumt seinen Posten

von Marco Wutz
Foto: Activision Blizzard

Mit dem nächsten Paukenschlag im Zuge des Sexismus-Skandals und der Klage gegen Activision Blizzard hat Blizzard-Präsident J. Allen Brack seinen Abgang erklärt.

Die turbulenten Zeiten bei der Spieleschmiede Activision Blizzard gehen weiter: Wie am Dienstag (03.08.) bekannt wurde, hat Blizzard Entertainment-Präsident J. Allen Brack seinen Posten geräumt und die Firma verlassen. Er hatte diese Position 2018 vom damaligen CEO und einem der Mitbegründer des Entwicklers, Mike Morhaime, geerbt. Dieser hatte aufgrund des wachsenden Einflusses von Activision auf die Operationen von Blizzard die Firma verlassen und ein neues Projekt ins Leben gerufen.

Neue Führung von außerhalb

Als Doppelspitze übernehmen nun Jen Oneal und Mike Yabarra die Führung – keiner der beiden ist ein alt-angestammter Blizzard-Mitarbeiter. Oneal leitete zuvor das Studio Vicarious Visions, das erst kürzlich in Blizzard Entertainment integriert wurde und sich unter ihrer Führung eine gute Reputation erarbeitete. Ybarra arbeitete bis 2019 bei XBOX und war seit seinem Wechsel zu Blizzard unter anderem für die fortwährende Weiterentwicklung der Battle.net-Plattform zuständig.

Ende der Unabhängigkeit für Blizzard?

Die als "Co-Leaders" bezeichnete Doppelspitze – einen Präsidenten oder CEO scheint Activision-Boss Bobby Kotick bei Blizzard nicht mehr zu dulden – muss mit der anhaltenden Krise fertig werden, die den Entwickler seit Jahren im Griff hat, mit der jüngsten Klage durch den Bundesstaat Kalifornien jedoch eine neue Dimension erreichte. Der seit 1991 die Geschicke von Activision leitende Kotick hüllt sich indessen abgesehen von einem Brief an die Mitarbeiter in Schweigen.

Er scheint keine Verantwortung für die Zustände in seinem Konzern übernehmen zu wollen – die Titel-Degradierung der Blizzard-Chefs erscheint hingegen als opportunistischer Powergrab während der Krise, um seine eigene Vormachtstellung weiter zu festigen. Ob dies der Harmonie zwischen den beiden in der Philosophie so unterschiedlichen Studios sowie der Aufarbeitung und Verbesserung der angeklagten Missstände zuträglich sein wird, darf zumindest angezweifelt werden.

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