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28.07.2021, 14:01
CEO gibt Fehler zu

Activision Blizzard-Mitarbeiter legen aus Protest die Arbeit nieder

von Marco Wutz
Foto: Activision Blizzard

Das Drama um Activision Blizzard geht weiter: Mitarbeiter des Konzerns setzen am Mittwoch (28.07.) aus Protest gegen die Arbeitsbedingungen den Dienst aus.

Die schockierenden Enthüllungen um die Zustände bei Entwickler Activision Blizzard, etwa Vorwürfe systematischer Diskriminierung und sexueller Belästigung von Mitarbeiterinnen, die in der Vorwoche vom Bundesstaat Kaliforniern im Zuge einer Anklage an die Öffentlichkeit gebracht wurden, schlagen weiter Wellen. Nachdem rund 1.000 Angestellte des Konzerns in einem offenen Brief die Antwort der Firmenoberen auf die Vorwürfe aufs Schärfste kritisierten, meldete sich am Dienstag (27.07.) der CEO des Videospielriesen, Bobby Kotick, zu Wort. Dieser stand in der Vergangenheit massiv in der Kritik, weil er Boni in Höhe von 200 Millionen US-Dollar eingestrichen hatte, während die Firma gewaltigen Stellenabbau betrieb. Zudem heikel an der Personalie des CEO: Vor einigen Jahren feuerte er ein Crew-Mitglied seines Privatjets, weil sie sich wegen sexueller Übergriffigkeiten durch Passagiere beschwerte, und musste ihr später als Entschädigung 200.000 US-Dollar zahlen.

Kotick räumt Fehler ein

"Unsere ursprüngliche Antwort auf die Probleme, denen wir gemeinsam gegenüberstehen, und zu euren Sorgen war, um ehrlich zu sein, gefühllos." Mit diesen Worten wandte sich Kotick im Rahmen eines eigenen Briefs an die Mitarbeiter und räumte Fehler ein. Er versprach zudem Besserung für die Zukunft und kündigte fünf Maßnahmen an, die sofort in Kraft treten sollen – darunter eine sorgfältige Evaluierung aller Team-Manager, die Einrichtung einer anonymen Beschwerdestelle unter der Leitung einer externen Anwaltskanzlei und die bessere Ausstattung von internen Compliance- und Employee Relations-Teams mit Ressourcen.

Mitarbeiter legen die Arbeit nieder

Dennoch veranstalten die Activision Blizzard-Mitarbeiter am Mittwoch (28.07.) einen sogenannten "Walkout" und legen die Arbeit nieder. Viele Mitglieder der Communities der Spiele des Entwicklers zeigen sich solidarisch und wollen zur selben Zeit die entsprechenden Titel deinstallieren oder zumindest demonstrativ abschalten, um ihre Unterstützung zu zeigen. Es handelt sich dabei nicht um den ersten Walkout bei dem Entwickler, wegen im Vergleich zu Konkurrenzfirmen niedriger Löhne hat die Belegschaft bereits mehrmals zuvor den Dienst ruhen lassen. Die Aktien des Konzerns verloren im Verlauf des Tages etwa sechs Prozent an Wert.

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