06.01.2021 14:46 Uhr
Zwischenfazit zur Winterpause

VBL: Vielversprechende Ansätze, fehlende Konstanz

von Niklas Aßfalg

TSG Hoffenheim eSPORTS FIFA 21
Foto: DFL
Das junge eSPORTS-Team der TSG Hoffenheim hat seine ersten zwölf Spieltage in der Virtual Bundesliga (VBL) Club Championship by bevestor absolviert. Die kurze Winterpause bietet eine Gelegenheit zur Zwischenanalyse des FIFA-Auftakts der Kraichgauer in der Division Süd-Ost. 

Groß war die Euphorie in Sinsheim ob der ersten professionellen Gehversuche im eSPORTS, eine ambitionierte Mannschaft war im Herbst 2020 zusammengestellt worden. VBL-erfahrene Spieler wie Lukas 'Lukas_1004' Seiler und Jan-Luca 'Bassinho' Baß wurden verpflichtet, mit Marcel 'plaplup' Schwarz als Spielertrainer und Jonas 'Bit0911' Bederke wurde eine adäquate Kadertiefe hergestellt. Profifußballer Munas 'moanesdabbur9' Dabbur sollte für eine Verbindung zum realen Rasen sorgen.

Der Israeli wartet noch auf seinen ersten Einsatz in der VBL Club Championship, ansonsten waren alle TSG-Spieler an den ersten zwölf Spieltagen bereits am Controller. Hoffenheim steht nach der knappen Hälfte der Saison 2020/21 auf dem neunten von 13 Plätzen der Division Süd-Ost, der Rückstand auf die Playoff-Ränge beträgt fünf Punkte. Vollends erfüllen konnten die FIFA-Profis die durchaus hohen Erwartungen noch nicht, zu viele Zähler wurden trotz starker Leistungen unnötig abgegeben. 

Optische Überlegenheit zu selten verwertet

Davon zeugt vor allem das Torverhältnis von +2: Vier Vereine, die in der Tabelle über der TSG stehen, weisen schlechtere Quoten auf. 'Lukas_1004' & Co. haben ihr spielerisches Vermögen nicht konstant genug in Zählbares umgewandelt, optische Überlegenheit endete regelmäßig nur im Remis. 16 Einzelspiele wurden mit einer Punkteteilung abgeschlossen, selten waren es die Hoffenheimer, die sich damit glücklich schätzten. Nur drei der zwölf Begegnungen mündeten in einem Gesamtsieg.

Die vielen Remis bewahrten die TSG zwar davor, in den Tabellenkeller abzurutschen, ließen sie aber auch nicht zur Spitzengruppe aufschließen. Lediglich der neunte Spieltag gegen den FC Würzburger Kickers (7:1) wurde mit mehr als fünf Punkten beendet. Es mangelt den Hoffenheimern noch an Konstanz, auf abgeklärte Auftritte folgten zu häufig fehlerhafte Vorstellungen. Gegen individuell unterlegene Gegner wie den SV Sandhausen (3:3) oder den SSV Jahn Regensburg (2:2, 2vs2-Partie steht noch aus) wurden bessere Ergebnisse liegen gelassen – die Kraichgauer hatten einiges an Lehrgeld zu zahlen. 

Zwei Schwergewichte geärgert

Eine kleine Hochphase hatte die TSG Ende November und Anfang Dezember, als das eSPORTS-Team starke 16 Zähler aus drei Matches sammelte. Die große Qualität, die in der Mannschaft schlummert, blitzte immer wieder auf: Dem Vizemeister SpVgg Greuther Fürth wurde am vierten Spieltag ein 4:4 abgetrotzt, von Spitzenreiter RB Leipzig trennten sich die Hoffenheimer vor der Winterpause – vorbehaltlich des Doppels – mit 2:2. Die "Roten Bullen" hatten zuvor nur einmal nicht gewinnen können.

'Lukas_1004' und 'Bassinho' kristallisierten sich erwartungsgemäß früh im Saisonverlauf bereits als Stammduo heraus, mit sechs Siegen und 22 Toren schnitt Seiler bislang etwas besser ab als Baß (vier Siege, 14 Tore). Steigerungspotenzial ist bei beiden vorhanden und muss vermehrt ausgeschöpft werden, das erklärte Ziel ist die Qualifikation für die Playoffs. Diese ist den oberen sechs Mannschaften der Tabelle vorbehalten, die TSG befindet sich – wie erwähnt – mit fünf Zählern Rückstand in direkter Schlagdistanz zu den eigenen Vorsätzen. Am 13. Spieltag wartet passenderweise der Tabellenfünfte Hertha BSC.