08.01.2020 17:15 Uhr
Red Bull siegt in der Teamwertung

Tonizza gewinnt die F1 Esports Pro Series

von Niklas Aßfalg

Sim Racing
Foto: F1 Esports Series
David Tonizza sicherte sich am 5. Dezember vergangenen Jahres den Einzelsieg in der F1 New Balance Esports Pro Series 2019, Red Bull holte den Titel im Team.

Die gesamte Saison über hatte der Italiener die Spitzenposition inne, ehe Tonizza sie ausgerechnet vor dem letzten Rennen an Frederik Rasmussen (Red Bull) abgeben musste. Lediglich vier Punkte trennten die beiden Kontrahenten vor dem entscheidenden zwölften Vergleich in Brasilien. Bereits der Gewinn des zehnten Rennens in Suzuka hatte Rasmussen um 14 Punkte näher an den Führenden herangebracht, Jarno Opmeer (Renault) und Daniel Bereznay (Alfa Romeo) schieden dagegen rechnerisch aus dem Titelkampf aus – das Quartett wurde auf ein Duo reduziert. Tonizza verpasste das Podium, dieser Ausgang sollte sich im elften Rennen in den USA wiederholen.

Dort musste er zusehen, wie Rasmussen seinen dritten Saisonsieg davontrug und in der Fahrerwertung vorbeizog. Der Däne dominierte die Konkurrenz und übernahm zum ersten Mal in der laufenden Saison die Gesamtführung. Ursprünglich war er für das Finale von Interlagos überhaupt nicht vorgesehen, Teamkollege Nicolas Longuet verzichtete aber zugunsten der Titelchancen Rasmussens. Ohne das Terrain allerdings trainiert zu haben, musste sich der 19-Jährige bereits im Qualifying mit Platz sieben zufriedengeben, während Tonizza auf die Pole Position fuhr. Rasmussen legte nach dem Start eine riskante Fahrweise an den Tag und verlor an Boden – er fiel auf Rang 13 zurück.

Rasmussens Aufholjagd reicht nicht

Tonizza wiederum lieferte sich an der Spitze einen hochklassigen Zweikampf mit Bereznay, der zum Ende der Pro Series noch mal ein Ausrufezeichen setzen wollte. Der Ungar kaufte dem Italiener schließlich den Schneid ab und verwies ihn auf den zweiten Platz. Rasmussen arbeitete sich unterdessen tapfer nach vorne, der zehnte Rang reichte allerdings nicht zur Championship. Den Titel in der Fahrerwertung trug mit 184 Punkten Tonizza davon, der FDA Hublot-Pilot hatte letztlich 13 Zähler Vorsprung vor Rasmussen. Bereznay durfte nach der Zieleinfahrt nicht nur über seinen dritten Sieg jubeln, sondern auch über den dritten Platz in der Gesamtabrechnung – fünf Punkte vor Opmeer.

Den Gewinn der Einzelwertung hatte Rasmussen zwar verpasst, mit seinem Rennstall Red Bull durfte er sich jedoch über den deutlichen Sieg in der Teamwertung freuen. Gemeinsam mit seinen Kollegen Longuet und Joni Tormala erkämpfte sich der Däne einen 62-Punkte-Vorsprung vor FDA Hublot mit Tonizza, Amos Laurito und Gianfranco Giglioli sowie ein 70-Punkte-Polster auf Alfa Romeo mit Bereznay, Kimmy Larsson und Salih Saltunc. Die große Erfolgsgeschichte schrieb aber Tonizza, der innerhalb nur eines Jahres zum ersten Pick beim Pro Draft, zum Mitglied der Fahrer-Akademie von Ferrari und zum König der F1 Esports Pro Series avancierte.