19.09.2019 20:25 Uhr
Austria Wien lässt keinen Konkurrenzkampf zu

Mit Konzentration und Seriosität zum Titel

von Niklas Aßfalg

Pro Club Premiership FIFA 19
Der FK Austria Wien holt auf beeindrucke Art den Titel in der NGL Premiership. Ein Rückblick auf die Saison der Österreicher.

Die Einschätzungen im Vorfeld der ersten Premiership-Saison waren recht einhellig, die Meisterschaft würde nur über den FK Austria Wien gehen. Die individuelle Qualität, aber auch die Erfahrung sprachen für die Österreicher, alles andere als eine Titelfeier in violett galt als Überraschung. Einer solch klaren Favoritenrolle muss allerdings erst einmal entsprochen werden, die hohe Erwartungshaltung lähmte schon so manch ein Spitzenteam. Der Hauptstadtklub jedoch überzeugte vom Start weg vor allem durch zwei Attribute: Konzentration und Seriosität. Kein Gegner wurde unterschätzt, keine Hürde auf die leichte Schulter genommen. Die Wiener wollten sich im neu kreierten Wettbewerb unbedingt behaupten, das oberste Gebot lautete Konstanz. 

Bereits der erste Spieltag geriet zur Machtdemonstration: Der FK feierte beim 7:1 gegen den SV Meppen, der sich im späteren Saisonverlauf keinesfalls als Kanonenfutter erweisen sollte, ein Schützenfest. Die Marschroute war gesetzt, der Konkurrenz wurde sofort verdeutlicht, wer in der Premiership die Maßstäbe setzt. Es folgten drei souveräne Erfolge mit einer Tordifferenz von 10:0, die Tabellenspitze war frühzeitig mit der Flagge der "Veilchen" versehen. Dass die Meisterschaft aber kein Selbstläufer wird, stellte das Spitzenspiel am fünften Spieltag unter Beweis: Austria kam gegen den SV Babelsberg 03 nicht über ein 0:0 hinaus, der stärkste Kontrahent hatte Zähne gezeigt. Es zeichnete sich ein Zweikampf um die Spitze ab.

Topspiel-Sieg räumt Restzweifel aus

Eine knappe Woche nach dem Torlos-Gipfel zeigten die Wiener eine eindrucksvolle Reaktion, das 11:0 beim FC Galaxy Steinfurt war der höchste Saisonsieg und räumte auch vereinzelt aufkommende Zweifel zeitig aus. In der Folge präsentierte sich der FK in erster Linie effizient, drei der nächsten vier Partien entschieden die "Violetten" mit nur einem Tor Unterschied für sich. Zum Abschluss der Hinrunde schlug Wien den Berliner AK 07 mit 2:0 und durfte sich schon zur Halbzeit der Saison eines Fünf-Punkte-Polsters gegenüber den Babelsbergern erfreuen. Auch zu Beginn der zweiten Halbserie ließ Austria nicht locker, vier Siege verschafften dem Tabellenführer eine komfortable Ausgangslage vor dem erneuten Aufeinandertreffen mit den Nulldreiern.

Daniel 'BLUESFOREVER92' Wimmer bescherte den Österreichern den 1:0-Siegtreffer, der Unterschiedsspieler schlechthin sorgte für den Unterschied. Der tabellarische Vorsprung war somit auf zehn Zähler angewachsen, spätestens nach dem 16. Spieltag war auch dem letzten Skeptiker bewusst, dass die Meisterschaft nicht nur über, sondern auch an den FK Austria Wien gehen wird. Es dauerte allerdings noch bis zum 19. Spieltag, ehe der Titelgewinn beim 9:0-Kantersieg über den Habenhauser FV auch rechnerisch unter Dach und Fach gebracht war. Das 0:3 gegen Rot-Weiss Essen nur 24 Stunden später ist getrost den Feierlichkeiten zuzuschreiben, es blieb der einzig wahre Schönheitsfleck auf einer ansonsten blütenweißen Spielzeit.

Bestwerte, so weit das Auge reicht

Dem FK gingen in 22 Partien gerade einmal fünf Punkte durch die Lappen, 61 Zähler bedeuteten schlussendlich einen Vorsprung von elf Punkten auf den ärgsten Verfolger –insofern er denn als solcher zu bezeichnen ist – SV Babelsberg 03. Der zwischenzeitlich prognostizierte Zweikampf kam nie zustande, die Wiener Mannschaft pflügte phasenweise beinahe maschinell fehlerfrei durch die Spielzeit. Die "Veilchen" stellten sowohl die treffsicherste Offensive (72 Tore) als auch die stabilste Defensive (6 Gegentore) der Liga, sechsmal schickte der Hauptstadtverein seinen Gegner mit fünf Gegentreffern oder mehr vom Platz. Die Wiener Dominanz spiegelt sich aber nicht nur in den mannschaftlichen Ergebnissen wider, sondern auch in den Individuellen. 

Austria stellte ganze fünf Spieler – und damit beinahe die Hälfte – für die Premiership-Elf der Saison. Der bereits erwähnte Wimmer krönte sich mit 23 Saisontreffern in nur 18 Partien zum Torschützenkönig, mit 'Taube_Nuss24' und Klaus 'Klausn7' Rester konnte ein weiteres Duo eine zweistellige Trefferanzahl verbuchen. Hinter den Torgaranten kristallisierten sich Michael 'x_MadFreaK' Veitz und Vereinsmanager Thomas 'Prohaska_Pro' Pekar als kreative Drahtzieher im Mittelfeld heraus. In der Defensive sorgten vorwiegend Lukas 'Lukas_11x' Wagemann, Nico 'PB_N_Pulmo_4' Scharwächter und Mirko 'xkurdish_boyx00' Rashed dafür, dass die Wiener Schlussmänner in nur vier Begegnungen überhaupt hinter sich greifen mussten.