07.10.2019 17:33 Uhr
Unterm Strich steht Mittelmaß

Graue Maus mit Ausreißern

von Niklas Aßfalg

Pro Club Premiership FIFA 19
Foto: NGL
Foto: NGL
Der SV Meppen beendete die abgelaufene Premiership-Saison dort, wo er sich bereits früh etabliert hatte: im Niemandsland.

Für einige Vereine stellte die Debütsaison in der NGL Pro Club Premiership eine tabellarische wie emotionale Achterbahnfahrt dar. Aufholjagden wurden belohnt, Ambitionen mussten sich der Realität beugen. Der SV Meppen hingegen vermochte keine großen Sprünge zu machen – weder nach oben noch nach unten. Die einzige Konstante lag in der Wechselhaftigkeit der Leistungen, danach hätte man beinahe die Uhr stellen können. Weil sowohl Siegessträhnen als auch Negativserien allerdings nie allzu lange anhielten, wurden folgerichtig weder die Spitzenränge noch der Tabellenkeller jemals ernsthaft zum Thema. Die Emsländer wussten zwar das eine oder andere Mal zu überraschen, jedoch nie langfristig über sich hinauszuwachsen. 

Der SVM erwischte zum Auftakt den denkbar schwersten Gegner und entsprechend auch den denkbar schlechtesten Saisonstart: Das 1:7 gegen den FK Austria Wien demonstrierte nachdrücklich, dass die Österreicher in einer anderen Gewichtsklasse agieren. Die Meppener zogen allerdings die richtigen Lehren aus der Klatsche und bewiesen in der Folge Konkurrenzfähigkeit – mehr noch: Die Niedersachsen traten dominant auf. Mit einem Torverhältnis von 10:0 wurden nacheinander der FSV Union Fürstenwalde, der Grazer SC Straßenbahn und der Habenhauser FV bezwungen. Zum ersten und einzigen Mal schien ein Abschneiden im oberen Tabellendrittel ernsthaft realistisch, die Euphorie konnte Meppen allerdings nicht lange halten.

Frisches Personal für mehr Stabilität

Auf die drei Siege folgten drei Niederlagen: Gegen den KSV Baunatal (0:2), Rot-Weiss Essen (1:3) und den SC Edermünde (0:1) war nichts von der Souveränität geblieben, die der SV zuvor an den Tag gelegt hatte. Das Schicksal der Mannen von der niederländischen Grenze war bereits zu einem frühen Zeitpunkt in der Spielzeit besiegelt, sie etablierten sich im Niemandsland der Tabelle. Mit dem 1:0 gegen den SV Stuttgarter Kickers und dem Achtungserfolg gegen den SV Babelsberg 03 (0:0) ging es anschließend wieder aufwärts, zwei Pleiten gegen den Berliner AK 07 (0:2) und den FC Galaxy Steinfurt (2:4) bedeuteten allerdings Ernüchterung zum Abschluss der Hinrunde. Der SV Meppen hatte seine Rolle als graue Maus der Liga gefunden.

Die zweite Saisonhälfte begann unauffällig, der knappen Auftaktpleite gegen die Wiener (0:1) folgte ein Dreier gegen Fürstenwalde (2:0) und ein Remis gegen Graz (1:1). Zu beobachten war nach der Transferperiode die deutliche Verbesserung in der Defensive: Mit der Verpflichtung von Torhüter Jan 'RP_Cech_73' Jebsen und Verteidiger Pete 'RP_Martinez_8' Beckenbauer stabilisierte sich die Meppener Hintermannschaft signifikant, in der Rückserie mussten die Emsländer lediglich neun Gegentreffer hinnehmen. 28 kassierte Tore bedeuteten den drittbesten Wert der Saison. Doch auch die Abteilung Attacke konnte Ausrufezeichen setzen: Habenhausen wurde mit 6:0 geschlagen, der BAK hatte beim 2:4 das Nachsehen.

Platz sieben als logisches Resultat 

Doch natürlich blieben auch die Rückschläge nicht aus. Niederlagen gegen Baunatal (1:2), Babelsberg (0:2) und Edermünde (0:1) verhinderten den Vormarsch. Trotz der schwankenden Auftritte ergab sich vor dem Saisonfinale die Außenseiterchance auf Rang vier. Der SV erledigte seinen Teil solide und schlug Steinfurt mit 2:0, die Konkurrenz tat Meppen allerdings nicht den entscheidenden Gefallen, der kollektive Patzer blieb aus. So stand am Ende der siebte Tabellenplatz zu Buche, der Vorsprung auf Graz betrug satte sieben Zähler. Der Rückstand auf den Abschlussvierten Essen fiel dagegen erheblich geringer aus (ein Punkt), wirklich nahe kamen sie dem oberen Tabellendrittel allerdings erst, als die Spielzeit bereits abgeschlossen war.

Torjäger Devin 'SVM_Devin_98' Dierks gelang dank elf Treffern und drei Assists der Sprung in die Elf der Saison, auch Chris 'LUCAS_BARRIOS_' Golinar wusste mit neun Toren zu überzeugen. Das Prunkstück der Emsländer stellte allerdings definitiv die Hintermannschaft dar: Abräumer Florian 'Rodriguez-20-GSK' Thiel und Abwehrchef Daniel 'SVM_de_Beer_31' de Beer hielten den Laden weitestgehend dicht, in der Rückrunde kassierten die Emsländer in keiner Partie mehr als zwei Gegentreffer. Aller positiven Aspekte zum Trotz spricht keine Statistik vergleichbar eindeutige Bände der Mittelmäßigkeit wie die Verteilung der Ergebnisse: Die Meppener gingen in zehn Begegnungen als Sieger vom Platz – zehn Mal zogen sie aber auch den Kürzeren.