28.09.2019 15:09 Uhr
EINBRUCH, UMBRUCH, DURCHBRUCH

Essen steigert sich zum vierten Platz

von Niklas Aßfalg

Pro Club Premiership FIFA 19
Rot-Weiss Essen konnte nach einer schwachen Hinrunde dank der Neustrukturierung einen Aufschwung erzeugen.

Während sich die einzelnen Positionierungen an der Spitze der NGL Pro Club Premiership zeitig abzeichneten, herrschte der dichteste Konkurrenzkampf um den vierten Tabellenplatz. Die halbe Liga schielte auf den ersten Rang unterhalb des Top-Trios, Rot-Weiss Essen feierte letztlich den Außenseitererfolg. Das Team aus dem Ruhrgebiet hatte in der Hinrunde mit erheblichen Widrigkeiten zu kämpfen, eine Neuausrichtung sollte sich allerdings als Glücksgriff erweisen. Unter neuer sportlicher Leitung gelang RWE der rapide Aufschwung, die Saison endete nach schwachem Start mit dem bestmöglichen Resultat. In der kommenden Spielzeit peilen die Mannen von der Hafenstraße allerdings noch höhere Ziele an, die Basis scheint gelegt.

Der erste Spieltag war noch nicht vorüber, da war in Essen bereits Ernüchterung eingekehrt. Das 0:3 gegen den SC Edermünde zum Auftakt ließ keinen überbordenden Erfolg erwarten. Da auch die zweite Partie mit 0:1 gegen den SV Babelsberg 03 verloren ging, war der Fehlstart perfekt. Mit dem ersten Saisonsieg über den FC Galaxy Steinfurt (2:1) besserte sich die Lage, von Konstanz war das Team von der Ruhr aber weiterhin weit entfernt. Dreiern gegen den Habenhauser FV (4:0), den SV Meppen (3:1) oder den Grazer SC Straßenbahn (2:0) standen herbe Pleiten gegen den SV Stuttgarter Kickers (1:5) und den KSV Baunatal (1:5) gegenüber. Die Ausbeute von zwölf Punkten aus elf Hinrundenspielen führte zwischen Keller und Mittelfeld.

Sener bringt RWE auf Vordermann

Noch bitterer als die regelmäßigen sportlichen Niederlagen fielen die Punktverluste am grünen Tisch aus. Sowohl gegen den Berliner AK 07 als auch gegen den FK Austria Wien konnte RWE nicht genügend Spieler stellen und musste sich kampflos mit 0:1 geschlagen geben. Dem Spielermangel traten die Essener in der Transferperiode mit der Verpflichtung fünf neuer Akteure entgegen, der größere Umbruch erfolgte allerdings hinter den Kulissen. Levin 'Levin79x' Sener übernahm die Stelle als Abteilungsleiter, Dennis 'RWE_Pole69' Goroll und Christian 'RWE_Krystek17' Goroll verkündeten ihren Abschied. Sener baute das Team seither mithilfe seiner Vertrauten Sipan 'Sipan95' Sadak und Isam 'ISAMO_BACEROO' Baccara ordentlich um.

Die unzureichende Kadertiefe gehörte der Vergangenheit an, auch die Auftritte auf dem virtuellen Rasen besserten sich signifikant. Aus den ersten fünf Partien der Rückrunde holten die Rot-Weißen elf Punkte und konnten ihren Kontostand beinahe verdoppeln. Gegen Babelsberg erreichten die Essener ein achtbares 1:1, gegen den FSV Union Fürstenwalde behielten sie die Oberhand (4:2). Auch nach einem Zwischentief mit Niederlagen gegen Meppen (0:3) und Stuttgart (1:2) berappelte sich RWE und feierte als einzige Mannschaft einen Erfolg über Meister Austria (3:0). Am vorletzten Spieltag profitierte das Team von Patzern der Konkurrenz und rückte dank eines 2:0 gegen Graz auf Platz vier – der im Saisonfinale verteidigt werden konnte.

"Diszipliniert, hungrig und noch recht unerfahren"

Punktgleich mit Fürstenwalde entschied das bessere Torverhältnis zugunsten der Essener, gegenüber den treffsichereren Stuttgartern und Meppener hielt RWE erfolgreich einen Zähler Vorsprung. Nach dem 16. Spieltag hatte Sener noch gemeint, sich "extrem glücklich" zu schätzen, falls der vierte Platz am Saisonende tatsächlich Realität sein sollte. Für den Erfolg hätten die Mannen aus dem Ruhrgebiet zwischen den Halbserien "alles auf den Kopf gestellt", die weitere Entwicklung prognostizierte der Vereinsmanager äußerst positiv: "Unsere Jungs sind diszipliniert, hungrig und noch recht unerfahren. Das Potenzial in unserem Team ist enorm." Sener lobte weiterhin das Kollektiv als große Stärke, er ist vom eingeschlagenen Weg überzeugt.

'Levin79x' lenkte die Geschicke der Rot-Weißen allerdings nicht nur auf operativer Ebene, auch auf dem Rasen ging er mit gutem Beispiel voran. Der Angreifer erzielte elf Treffer in 16 Partien, außerdem legte er sechs weitere Tore auf. Dabei suchte er in der Regel die Laufwege seines kongenialen Partners Sadak, der mit zehn Treffern und drei Vorlagen überzeugen konnte. Ilker 'Ilayscanel2' Güner und Chris 'EmboloS04' Wiesmann organisierten die Hintermannschaft, die sich mit 33 Gegentreffern zur viertbesten der Liga aufschwang. Ansonsten liegt Sener mit seiner Einschätzung definitiv richtig – Essens Qualität wird aus dem Kollektiv gezogen: Kein anderer Kaderspieler absolvierte mehr als zehn Spiele, niemand erzielte mehr als drei Tore.