17.10.2019 18:08 Uhr
Hauptstädter fallen auf den vorletzten Rang

Abwärtsspirale trotz Königstransfer

von Niklas Aßfalg

Pro Club Premiership FIFA 19
Foto: NGL
Foto: NGL
Hinter dem Berliner AK 07 liegt eine enttäuschende Saison in der Premiership, das Team rutschte in der Rückrunde in eine Krise.

Jeder Sportler kennt das Gefühl, aus dem vorhandenen Potenzial einfach nicht das Optimum schöpfen zu können. Derlei Phasen sind – mit nur ganz wenigen Ausnahmen – normal, das Leistungsvermögen unterliegt gelegentlich Kurven und Schwankungen. Der Berliner AK 07 musste diese Erfahrung in der vergangenen Spielzeit der NGL Pro Club Premiership durchleben. Nach einer passablen Hinrunde verloren die Hauptstädter in der zweiten Saisonhälfte vollkommen den Rhythmus und jeglichen Anschluss an die Mittelfeldränge. Im Vergleich zu anderen Vereinen fand Berlin den Faden allerdings nicht wieder. Was als Formtief begann, entwickelte sich zügig zur Abwärtsspirale, die den BAK in die niederen Gefilde des Tableaus beförderte.

Schon zum Auftakt war beim Hauptstadtklub der Wurm drin: Das 1:4 gegen den Grazer SC Straßenbahn demonstrierte, dass die Rot-Weißen den eigenen Vorstellungen noch hinterherhinken. In der Folge schwang das Pendel aber immer wieder auch positiv aus. Dem knappen 0:1 gegen den KSV Baunatal folgte am dritten Spieltag der erste Saisonsieg, ein 2:1-Erfolg gegen den SC Edermünde. Das anschließende 0:4 im Berlin-Brandenburg-Derby beim SV Babelsberg 03 zeigte dem BAK aber deutlich die Grenzen auf – um Spitzenambitionen geltend zu machen, mangelte es an Qualität, Handlungsschnelligkeit und Erfahrung. Schnell wurde offensichtlich, dass sich die Berliner in der Tabelle eher nach unten würden orientieren müssen. 

Berlin verliert schleichend den Anschluss

Hoffnungen schürte dagegen der weitere Verlauf des Julis: Verpassten die 07er beim 3:3 gegen den FC Galaxy Steinfurt und beim 0:1 gegen den FSV Union Fürstenwalde noch eine bessere Punkteausbeute, so gelangen gegen den Habenhauser FV (3:1) und Rot-Weiss Essen (1:0) erstmals zwei Dreier in Serie – sieben Zähler aus den erwähnten vier Partien bedeuteten die Etablierung im breiten Mittelfeld. Der Durchbruch in die obere Tabellenhälfte schien zumindest möglich, die Mannschaft wirkte erstmals gefestigt. Daran änderten auch die beiden Pleiten zum Ende der Hinserie gegen den SV Stuttgarter Kickers (0:3) und den FK Austria Wien (0:2) nichts, schließlich bezwangen die Berliner zwischenzeitlich noch den SV Meppen mit 2:0. 

Es herrschte Optimismus in der Hauptstadt, auf 13 Punkten hätte sich nach der Transferperiode aufbauen lassen. Nur ein waschechter Torjäger fehlte dem Kader der Rot-Weißen, zwölf Treffer in elf Partien waren ein magerer Wert. Mit Timo 'TheWantedBird' Vogel wurde schließlich der Wunschkandidat vom Ligakonkurrenten FC Galaxy Steinfurt verpflichtet. Die Hoffnungen der Berliner fanden zunächst Nahrung: Ein 3:3 gegen Graz und der 5:2-Sieg über Edermünde brachten schnell die ersten vier Punkte der Rückrunde auf ihr Konto. Im letzten Saisondrittel war es allerdings vorbei mit der bescheidenen Herrlichkeit, lediglich ein 3:1 gegen Außenseiter Habenhausen diente als Lichtblick eines katastrophalen Endspurts.

Massive Krise im letzten Drittel

In sieben der letzten acht Aufeinandertreffen ging der BAK als Verlierer vom Rasen. Selbst Kontrahenten auf vermeintlicher Augenhöhe wie Steinfurt (1:3) oder Meppen (2:4) erwiesen sich als eine Nummer zu groß, gegen Babelsberg mussten die Berliner zum zweiten Mal eine 0:4-Pleite hinnehmen. Dank einer ganzen Reihe unzureichender Leistungen mussten die Hauptstädter nicht nur vollkommen in Richtung Mittefeld abreißen lassen, sie gerieten auch tief in den Tabellenkeller. Der Vorsprung auf Edermünde betrug nach dem 14. Spieltag noch sieben Punkte, die direkten Duelle hatten die 07er für sich entschieden. Am Saisonende fehlten zwei Zähler auf den SC, die Berliner waren auf den vorletzten Platz durchgereicht worden.

Der BAK lief als zweitschlechtestes Team der Liga ein, lediglich den chronisch unterlegenen Habenhauser FV konnten die Hauptstädter hinter sich lassen. Auch gegen die Norddeutschen gelangen ihnen zwei der nur sechs Saisonsiege. Dabei konnten sich einige Akteure individuell dennoch in den Vordergrund spielen: Vogel erzielte nach seinem Wechsel sechs Treffer in neun Partien und wurde für die Elf der Saison nominiert. Abwehrchef und Vereinsmanager Yannik 'Yerteb-1311' Behrendt wurde dreimal zum Spieler des Spiels ernannt und verpasste eine Aufnahme in die Elf der Saison nur knapp. Kevin 'Nooooek88' Komoßa und Pato 'Legende_030' Webery bestimmten das Mittelfeld phasenweise geschickt – im Kollektiv aber versagte Berlin.