15.01.2020 15:02 Uhr
Zentrales Mittelfeld – Part 1

Football Manager 2020: Die verschiedenen Spielerrollen

von Niklas Aßfalg

Football Manager 2020 Nintendo Switch
Foto: Sports Interactive
Die Spielerrollen sind im Football Manager 2020 ein ausschlaggebender Faktor, sie bestimmen das konkrete Verhalten der Spieler innerhalb eures Systems.

Mit der Einteilung eurer elf Akteure in ihre bevorzugten Positionen ist es im Football Manager 2020 (FM 20) nicht getan. Mentalität und Team-Anweisungen betreffen die gesamte Mannschaft, die Spielerrollen beziehen sich auf individuelle Akteure und weisen ihnen eine spezielle Aufgabe zu. Sie bestimmen die Räume, in denen sie sich bewegen und auf die sie sich primär fokussieren. Darüber hinaus interpretiert die Spielerrolle die Position, zentraler Mittelfeldspieler ist nicht gleich zentraler Mittelfeldspieler. Obwohl sich diese Vorgaben in erster Instanz auf den Einzelnen auswirken, betreffen sie in der Konsequenz das Auftreten eures Teams im Kollektiv. Die Spielerrollen sollten aufeinander abgestimmt sein, die Profis sollten sich in ihren Marschrouten ergänzen und unterstützen.

Zentrales Mittelfeld

Zentraler Mittelfeldspieler (ZM): Die klassische Variante soll den ultimativen Universalkönner verkörpern: Er soll als Vorbereiter agieren, selbst regelmäßig zum Abschluss kommen, den Ball kontrollieren und defensiv verlässlich sein. Die Qualität des Zentralen Mittelfeldspielers ist von großer Wichtigkeit für die taktischen Möglichkeiten der gesamten Mannschaft. Mit der Verteidigen-Duty fungiert er als Absicherung, steht tief und zieht sich bei Ballverlust zügig zurück. Ins Offensivspiel schaltet er sich mit Steckpässen und gelegentlichen Vorstößen ein. Als Unterstützer wird er vermehrt im letzten Drittel aktiv, dient als Verbindungsspieler und fällt durch Fernschüsse auf. Mit der Angreifen-Duty sucht er Läufe in die Tiefe, sorgt für Überzahl im Zentrum, kann aber auch das Mittelfeld entblößen.

Vertikaler Spielmacher (VeSm): Die vertikale Version des Spielmachers hebt sich von anderen Interpretationen dadurch ab, dass sie den Fokus auf die Mobilität legt – nicht auf das Passspiel. Zuspiele zwischen die Kette sind in seinem Repertoire zwar vorhanden, in erster Linie stellt er aber die omnipräsente Schnittstelle zwischen Defensive und Offensive dar. Er darf sich auf dem Feld frei bewegen und seinen Mitspieler dynamisch Unterstützung anbieten, wo sie vonnöten ist. Der Vertikale Spielmacher lässt sich durch Gegenpressing nicht beirren, er muss die entsprechenden Räume finden oder schaffen. Aufgrund seiner Neigung zur Improvisation wird er sein Heil auch in Dribblings suchen.

Box-to-Box-Mittelfeldspieler (BBM): Wie der Name der Spielerrolle bereits beschreibt, soll diese Auslegung eine unermüdliche Energie- und Bewegungsquelle in der Mitte darstellen. Beide Enden des Spielfelds sind dem Box-to-Box-Mittelfeldspieler keineswegs fremd, Ausflüge in den gegnerischen Strafraum gehören zu seinem Tagesgeschäft. Er hilft seinen Mitspielern in jeder erdenklichen Position aus und überzeugt durch eine hohe Mobilität über die vollen 90 Minuten. Er muss zwar kein Filigrantechniker sein, sollte aber doch über eine sichere Ballbehandlung verfügen. Mangelt es dem restlichen Mittelfeld an Inspiration im Spiel nach vorne, ist auch die Kreativität des Box-to-Box-Mittelfeldspielers gefragt – als ein solcher ist er nämlich mit der Freiheit zur Improvisation ausgestattet.

Carrilero (CAR): Diese Rolle bedeutet übersetzt so viel wie "Pendler" und erfordert entsprechende Aktion. Der Carrilero findet meist als Teil eines Dreiermittelfelds oder als einer von zwei zentralen Mittelfeldspielern in der Raute Anwendung. Im Gegensatz zur Box-to-Box-Variante orientiert er sich horizontal und sichert die Außen ab. Er verleiht dem eigenen Spiel Breite und agiert als Verbindungsstück zwischen dem defensiven und dem offensiven Mittelfeld. Da sein Augenmerk weiterhin auch der Zentrale gilt, sollten dem Carrilero passende Partner an die Seite gestellt werden. Ansonsten könnte er im Bestreben, überall gleichzeitig aufzutreten, im taktischen Gefüge verloren gehen.

Mezzala (MEZ): Seine Bestimmung ist es, aktiv in den Halbräumen zu agieren – er stellt somit eine Ausnahme unter den zentralen Mittelfeldspielern dar. Er besetzt des Öfteren Positionen, die typischerweise von Inversen Außenstürmern eingenommen werden und könnte als zentraler Flügelspieler bezeichnet werden. Seine Aufgabe besteht darin, mit Flair und Technik die gegnerische Abwehr zu überwinden, defensive Verantwortung kommt ihm nur bedingt zu. Der Mezzala trumpft vor allem bei hohem Pressing mit seiner forschen Herangehensweise auf. Als Unterstützer konzentriert er sich neben der Offensivarbeit auch auf die klassischen Tugenden eines Mittelfeldspielers. Mit der Angreifen-Duty überlässt er dies jedoch den Kollegen und widmet sich vollends dem Angriffsspiel.