13.01.2020 14:57 Uhr
Das defensive Mittelfeld

Football Manager 2020: Die verschiedenen Spielerrollen

von Niklas Aßfalg/Tery Whenett

Football Manager 2020 Nintendo Switch
Foto: Sports Interactive
Die Spielerrollen sind im Football Manager 2020 ein ausschlaggebender Faktor, sie bestimmen das konkrete Verhalten der Spieler innerhalb eures Systems.
  • Die Spielerrolle definiert die individuelle Ausübung einer bestimmten Position.
  • Unterschiedliche Dutys variieren nochmals die Interpretation einer Spielerrolle.
  • Wir stellen euch die sieben Spielerrollen im defensiven Mittelfeld vor. 

Mit der Einteilung eurer elf Akteure in ihre bevorzugten Positionen ist es im Football Manager 2020 (FM 20) nicht getan. Mentalität und Team-Anweisungen betreffen die gesamte Mannschaft, die Spielerrollen beziehen sich auf individuelle Akteure und weisen ihnen eine spezielle Aufgabe zu. Sie bestimmen die Räume, in denen sie sich bewegen und auf die sie sich primär fokussieren. Darüber hinaus interpretiert die Spielerrolle die Position, defensiver Mittelfeldspieler ist nicht gleich defensiver Mittelfeldspieler. Obwohl sich diese Vorgaben in erster Instanz auf den Einzelnen auswirken, betreffen sie in der Konsequenz das Auftreten eures Teams im Kollektiv. Die Spielerrollen sollten aufeinander abgestimmt sein, die Profis sollten sich in ihrer Marschroute ergänzen und unterstützen.

Defensives Mittelfeld

Defensiver Mittelfeldspieler (DM): Die klassische Variante dieser Position dient vorwiegend als Unterbinder schneller Gegenstöße des Gegners und Schlepper im geordneten Aufbauspiel. Er sollte aber auch in der Lage sein, Angriffe nach erfolgreichem Ballgewinn mit den entscheidenden Pässen zügig einzuleiten. Mit der Verteidigen-Duty agiert der defensive Mittelfeldspieler als tiefe Absicherung und ist auf Stabilität im Rückwärtsgang bedacht. Vereinzelte Steilpässe sind einkalkuliert, ansonsten steht das schnelle Stören von Angriffen im Vordergrund. Als Unterstützer wiederum ist er vermehrt in das Offensivspiel involviert und rückt weiter auf. Er wird sich am gegnerischen Strafraum als Anspielstation anbieten und gelegentlich auch selbst Vorstöße mit dem Spielgerät wagen.

Abräumer vor der Abwehr (Abr): Der traditionelle Sechser glänzt durch intelligentes Stellungsspiel und hohe Präsenz in den Zweikämpfen. Außerdem fungiert er oftmals als Manndecker und Schatten für den gegnerischen Spielmacher, den er von der kreativen Entfaltung abhalten soll. Seine Hauptaufgabe besteht darin, das Zentrum der eigenen Hälfte zur gefahrenfreien Zone zu erklären. Er soll Konter zeitnah unterbinden und die Angriffe auf die Außen ableiten, wo sie weniger unmittelbaren Schaden anrichten können. In Ballbesitz wählt der Abräumer zumeist Sicherheitspässe, er geht nur in Ausnahmefällen ins Risiko. Aufgrund der fußballerischen Limitation, die diese Spielerrolle in der Regel mitbringt, sollte er durch Mitspieler unterstützt werden, um kopflose Befreiungsschläge zu vermeiden.

Tiefer Sechser (TS): Diese Version beschreibt einen defensiven Mittelfeldspieler, der sich in die Verteidigungslinie zurückfallen lässt, wenn die eigene Mannschaft den Ball führt. Er agiert in diesen Situationen als dritter Innenverteidiger, oftmals ist er der zentrale Bestandteil einer Dreier- respektive Fünferkette. Der Tiefe Sechser ist eine Absicherung bei regelmäßigen Offensivaktionen der Außenverteidiger, darüber hinaus soll er Räume für tiefe Kreativspieler schaffen. In erster Linie dient er als Aufbauspieler für die Überbrückung der Lücke zwischen Abwehr und Mittelfeld, in passenden Momenten wird er aber auch das plötzliche Zuspiel in die Tiefe der gegnerischen Hälfte suchen. Der Tiefe Sechser sollte entsprechend ballsicher und mit hervorragender Übersicht ausgestattet sein.

Zurückgezogener Spielmacher (ZSm): Der Zurückgezogene Spielmacher vereint die Zweikampfstärke eines defensiven Mittelfeldspielers mit dem kreativen Einfluss eines Spielmachers. Er agiert deutlich freier als die erwähnten Versionen und soll neben Stabilität mithilfe von schnellen, ambitionierten Pässen auch Varianz ins Offensivspiel bringen. Den Abschluss sucht er jedoch nur selten, sein Fokus fällt auf den besser postierten Angreifer. Die beiden Dutys unterscheiden sich lediglich durch Nuancen in der Positionierung: Als Verteidiger kreiert er mehr Tiefe im Mittelfeld, indem er sich beim Aufbauspiel fallen lässt und den Kontakt zur Abwehrkette hält. In unterstützender Funktion hingegen wird der Zurückgezogene Spielmacher höher stehen und die Eingliederung ins Mittelfeld suchen.

Regista (REG): Ihm kommt eine Freirolle in der Tiefe zu, die eine Funktion als Spielmacher ermöglicht. Seine oberste Verantwortung liegt in der Überwindung des gegnerischen Abwehrverbunds, er wird stets schwierige und weitreichende Pässe hinter die Kette anstreben. Der Regista soll für eine Spur Improvisation im Angriffsspiel sorgen, auch Läufe bis an den Strafraumrand und anschließende Distanzversuche sollten im Repertoire enthalten sein. Seine Bewegungsfreiheit wird auch ohne Ballbesitz nicht eingeschränkt, zur Absicherung des Mittelfelds ist er folglich ungeeignet. Diese Rolle müsste ein defensiver orientierter Partner an seiner Seite übernehmen.

Segundo Volante (VOL): Der Segundo Volante ist die wohl kompletteste, aber auch anspruchsvollste Mittelfeldrolle im FM 20. Im Streben nach vorne muss er die Qualitäten eines Box-to-Box-Spielers besitzen, in der Verteidigung benötigt er die Fertigkeiten eines defensiven Mittelfeldspielers. Er muss als Teil einer Doppelsechs aufgeboten werden, als alleiniger Sechser ist er nicht ideal. Er initiiert vorwiegend Angriffe und verströmt ab und an auch selbst Torgefahr. Diese Rolle ist für Systeme ohne echten zentralen Mittelfeldspieler – wie das 4-2-3-1 – geschaffen. Mit der Unterstützen-Duty greift der Segundo Volante den Offensivakteuren unter die Arme und stößt spät in den Strafraum vor. Als Angreifer sucht er regelmäßig den eigenen Abschluss, hinterlässt aber auch Löcher im Mittelfeld.

Ballerobernder Mittelfeldspieler (BeM): Wie der Name schon verrät, ist diese Rolle darauf spezialisiert, das Spielgerät im gegnerischen Besitz zu jagen. Er übt in seiner Zone sofortigen und unnachgiebigen Druck auf den Ballführer aus und scheut vor Grätschen nicht zurück. Verzögernde Instrumente wie das Abdrängen oder das Lenken des Gegners gehen ihm völlig ab, der Ballerobernde Mittelfeldspieler sucht das direkte Duell. Mit der Verteidigen-Duty steht er als Teil des Defensivverbunds tief, wird in Kontersituationen aber zur frühen Störung aufrücken. Am Kombinationsspiel beteiligt er sich nur durch kurze, simple Zuspiele. Als Unterstützer orientiert er sich öfter ins letzte Drittel, um als zusätzliche Anspielstation zu fungieren – und schnell auf Ballverluste reagieren zu können.

Mehr Informationen zum Football Manager 2020 findet ihr auf fm.zweierkette.de.