13.12.2018 18:00 Uhr
STELLUNGNAHME DER LIGALEITUNG

Zweitteams – Eine Gefahr für den Modus?

von Mikel Glodek

Pro Club FIFA 19
Die Ligaleitung bezieht Stellung: Bringen Zweitteams eine Mannschaft voran, oder schaden sie sich dadurch sogar selbst?

Bereits vor einigen Tagen haben wir uns näher mit den kürzlichen Clubauflösungen beschäftigt. Mannschaften können einige Faktoren, die zur Auflösung führen, nicht immer beeinflussen. Dennoch ist sicher, dass die Clubs teilweise sogar selbst aktiv zu diesem Ergebnis beitragen. In der Community kursiert der Gedanke: Die Zweitteams (oder auch U-Teams) tragen daran Mitschuld.

Solche U-Teams sind Mannschaften, die zusätzlich zum A-Kader ins Leben gerufen werden. Diese sollen unter der eigenen Flagge spielen, um so weitere Spieler für das Hauptteam zu gewinnen. Doch wie gut klappt das wirklich? Wir haben bei der Ligaleitung nachgefragt.

Zweitteams ohne wirkliche Chance

Zugegeben, der Gedanke sei nicht schlecht, findet Sven 'Tiwas' Hack: „Für Teams bietet sich die Chance Spieler unter Wettbewerbsbedingungen zu testen und zu sehen wie sie sich entwickeln und welchen Charakter sie an den Tag legen. Für neue Spieler kann es die Chance sein, sich über die zweite Mannschaft zu empfehlen.“

Das Risiko bestehe allerdings darin, diese Teams mit der gleichen Aufmerksamkeit und Sorgfalt zu pflegen, wie das bereits bestehende. Ein Aspekt der laut Oliver 'TakeEasy' Torner oft vernachlässigt wird: „Die meisten Mannschaften, die ihre Zweitteams angemeldet haben, mussten diese sehr oft sehr schnell wieder vom Ligabetrieb abmelden. Es kann durchaus passieren, dass man nicht beiden Teams gleich gerecht werden kann, sodass es zu Spannungen oder Vernachlässigungen kommt.“

Keine Besserung in Sicht

Obwohl Zweitmannschaften in der Vergangenheit nicht gut funktioniert haben, sieht die Ligaleitung aktuell keinen Bedarf etwas am Regelwerk der NGL zu ändern. „Im Prinzip kann sich jedes Team anmelden, wenn es die Vorgaben erfüllt. Jedes Team muss sich aber auch darüber im Klaren sein, was es heißt, nur das Zweitteam zu sein“, so Torner. So könne die B-Elf zum Beispiel nie in der selben Liga spielen. 

Für Hack ist klar: „Wir behandeln wir diese Clubs nicht wie 'die Zweite' einer Mannschaft, sondern als Individuum. Sollten wir das verbieten, würden die Clubs einfach anders heißen.“

Keine Parallelen zu Clubauflösungen

Eine Verbindung zu den jüngsten Clubauflösungen sieht die Ligaleitung im Übrigen nicht. Eine zweite Mannschaft sei nie hauptverantwortlich für die Auflösung des gesamten Clubs: „Sollte sich ein Team aus solchen Gründen auflösen, stimmte da vorher schon was nicht“, so Hack im Interview.

Insgesamt betrachtet, scheinen Zweitteams wenig sinnvoll und treten laut der Ligaleitung vor allem auch bei neuen Mannschaften auf. Kein jahrelang etablierter Klub leistet sich eine zweite Mannschaft, unter anderem auch, weil das gar nicht nötig ist. Brauchen die Teams Nachwuchs, suchen sie ihn. Ebenso gäbe das NGL-Regelwerk eine Verschiebung von Spielern zwischen A- und B-Mannschaft gar nicht her. Da jedes Team eigenständig bewertet wird, gälte dies als Transfer und die sind nur in der Not oder während der Transferperiode gestattet.

Hack schließt das Thema mit einem Gleichnis: "Es gibt immer mal wieder Zeiten, wo die zweiten Mannschaften aus dem Boden schnellen wie Pilze, aber ich glaube nicht, dass ein gesunder Baum sich davon beeindrucken lässt."