06.12.2018 16:00 Uhr
Blick auf die szene

Clubsterben – Alltag in der Szene?

von Mikel Glodek

Pro Club FIFA 19
Immer häufiger lösen sich Pro Clubs auf und ziehen sich aus dem Wettbewerb zurück. Wir versuchen die Gründe dafür darzustellen.

Einen prominenten Ausstieg gab es diese Saison bereits in Liga 1. Im Untergeschoss haben sogar drei Clubs den Spielbetrieb eingestellt. Die Gründe dafür zu finden, scheint unmöglich, da wenige Clubs offen über ihre Probleme sprechen. Eine paar grundsätzliche Frage versuchen wir dennoch zu lösen: Warum sind es oft die bekannten Clubs, die sich auflösen? Warum geschieht die Auflösung in den meisten Fällen kurz nach dem Saisonbeginn? Wie hätte man sich im Vorfeld dagegen schützen können? Dem gehen wir auf den Grund.

Eigene Erwartungen zu hoch

Für jeden Club in der NGL gilt: Gestartet wird in Liga 4. Dabei gibt es keinerlei Ausnahmen. Der Niveau-Unterschied zu Liga 1 wird deutlich sichtbar, wenn man einen Blick auf die jüngere Vergangenheit wirft. Clubs wie CreativeFutbol oder AllStars Utd XI, die den langen Weg von der untersten in die höchste Spielklasse schafften, sind eine feste Größe. Aber nur wenige Clubs, die in letzter Zeit diesen Sprung schafften, sind heute noch übrig. Ein Grund dafür: die eigene Erwartungshaltung. Spielerisch sehen sich diese Clubs mindestens in Liga zwei oder höher. In den unteren Spielklassen treffen sie immerhin auf deutlich weniger Widerstand und das Gewinnen wird zur Gewohnheit. Doch je höher man kommt, desto tiefer kann man bekanntlich fallen. Und so kann es passieren, dass nach einigen liegen gelassenen Punkten der Frustfaktor innerhalb des Teams wächst. Nach eigenem Empfinden sind das Pflichtsieg, aber man ist schlicht nicht gut genug, um die Punkte mitzunehmen.

Auflösungen während der Saison

Nicht nur die Qualität des Kaders ist entscheidend, sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen der Spieler. Es gibt nämlich auch Clubs, denen es weniger um die Ergebnisse, sondern viel mehr um den Zusammenhalt geht. Die Gründe für Auflösungen solcher Clubs liegt weit abseits von Tabellen und Statistiken. Es sind meist private Einschränkungen wie der Job oder die Freundin, die manch einen Spieler davon abhalten, seine Mannschaft zu unterstützen. So kann es vorkommen, dass jemand, auf den man sich immer verlassen konnte, ein großes Loch hinterlässt, welches wieder gefüllt werden muss. Ein anderer Grund ist der plötzliche Abgang von Spielern, die sich nicht mehr wohlfühlen oder eine andere Herausforderung suchen. Diese Faktoren kann man nicht einplanen und man muss versuchen sich über die Zeit zu retten. Wie man zuletzt gesehen hat, fällt dieser Schritt vielen Clubs jedoch zu schwer.

Pro Club ist kein FUT

Pro Club ist der mit Abstand sensibelste Modus, den es in FIFA gibt. Denn anders als in anderen Modi treffen hier Mannschaften bestehend aus echten Menschen aufeinander. Sowohl für Spieler als auch Manager ist es deshalb wichtig, ein gutes Verhältnis zueinander zu pflegen, Probleme frühzeitig zu erkennen und diese aus der Welt zu schaffen. Die große Gefahr für einzelne Clubs besteht darin, sich abhängig von bestimmten Spielern oder sogar ganzen Gruppen zu machen. Spielergruppen haben den Vorteil, dass sie den Kader zunächst in seiner Gesamtzahl aufstocken, allerdings reduziert sich diese Zahl um den gleichen Wert, sobald die Spieler den Club wieder verlassen. Geschieht so ein Fall während der Saison, ist das meist das Todesurteil für den Club. Wichtig ist nicht in Quantität, sondern in Qualität zu investieren – auf und neben dem Platz.