04.02.2019 18:14 Uhr
Bugusing in der NGL?

Clever oder Unsportlich? "Umtreten" in Prüfung

von Mikel Glodek

Pro Club FIFA 19
Im virtuellen Sport gibt es die Möglichkeit, sich durch Tricks Vorteile zu verschaffen. Stellt die NGL nun das "Umtreten" unter Strafe?

13. Januar 2019 22:00 Uhr Ortszeit, die 3. Runde des NGL Pokals - Die Physiker gegen CreativeFutbol. Kurz vor der Ausführung eines Eckballs wird ein Spieler der Physiker im Sechzehner aktiv zu Fall gebracht. Auf einen Elfmeterpfiff kann man lange warten, die Torchance ist dahin. Es ist ein Bild, das man nicht nur in diesem Spiel, sondern viel häufiger beobachten kann.

Ein Ausnutzen einer Spielmechanik, die nicht vorgesehen ist, um sich einen Vorteil zu verschaffen – kurz Bugusing. In diesem Fall ist es ein gezieltes Anlaufen des Gegenspielers und ein Druck des Zweikampf-Buttons. Das bringt den Gegner zu Fall und verschafft den nötigen Freiraum, wenn der Ball hereinkommt.

Timbers melden ersten Fall

Diese Mechanik wird in den unterschiedlichsten Ligen ausgenutzt. Nun kam es zu zwei Präzedenzfällen in der NGL. Die Physiker berichteten zuerst in einer Zusammenfassung auf ihrer Facebook-Seite über diesen Missstand, legten aber nicht offiziell Beschwerde ein.

Das tat hingegen Sven 'Tiwas' Hack nach dem Spiel Comunio Timbers gegen Royal Aces. "Ich habe eine Beschwerde eingelegt, da ich finde, dass so ein Verhalten nichts in einem NGL Spiel zu suchen hat", sagte der VM der Timbers. Es sei das erste Mal für ihn gewesen, dass er mit einer solchen Unsportlichkeit während eines Ligaspiels konfrontiert gewesen sei.

Ligaleitung prüft

Auf unsere Nachfrage kam Bewegung in die Sache. Oliver 'Take' Torner, der Sprecher der Ligaleitung sagte: „In meinen Augen ist es nicht direkt eine Art von Bugusing, allerdings aber grob unsportlich. Deswegen arbeiten wir hier gerade an einem Passus für das Regelwerk.“

An anderer Stelle wird bereits das Verkürzen des Abstands zum Freistoßschützen durch Verhöhnen grundlegend untersagt und wird je nach Ausmaß mit Sanktionen bestraft. Hier steht die Frage im Raum, warum dort bisher mit zweierlei Maß gemessen wird. Denn "Umtreten" ist Alltag im Modus Pro Club. "Bisher ist das Problem in der NGL noch nicht so stark in den Vordergrund getreten. Uns fehlten einfach die Club-Proteste und -Beschwerden, um aktiv zu werden. Allerdings gehen wir diese Thematik nun proaktiv an", sagte Torner weiter.

Jeder Club kann sich wehren

Die Beschwerde, die 'Tiwas' im Forum eingereicht hat, wurde am Wochenende bereits bearbeitet, teilte die Ligaleitung heute mit. Im Laufe der Woche werde man die Entscheidung in diesem Fall bekannt gegeben.

Bisher ist das "Umtreten" noch nicht explizit über das Regelwerk abgedeckt. Es galt: „Sollte es zu Protesten kommen, so wird jeder Protest für sich untersucht. Wird eine Strafe ausgesprochen, können die Sanktionen von einer Roten Karte für den Spieler, bis hin zum Def-Lose für das ganze Team gehen.“

Teams sind in der Verantwortung

Dieser Thematik hätte man allerdings bereits vor der Saison einen Riegel vorschieben können. Laut Oliver Torner konnte man sich nicht genau auf eine Regelung samt Strafmaß festlegen, sondern wollte jeweils von Fall zu Fall entscheiden. Wie das Regelwerk nun angepasst wir, ist noch unklar. Einzelheiten hat die Ligaleitung bisher nicht bekannt gegeben.

Es obliegt also zunächst weiterhin den Teams und Spielern selbst, ob sie dem Fairplay folgen, oder sich selbst durch Bugusing in Gefahr bringen. Der Fall der Comunio Timbers wird nun aber erstmals Klarheit bringen.

Mittlerweile gibt es eine Entscheidung bezüglich des "Umtretens". Alle Infos und Regeländerungen findet Ihr hier.

Mitautor: Holm Kräusche